Sabine Bösel/Roland Bösel: Warum haben Eltern keinen Beipackzettel?

Buchcover: Warum haben Eltern keinen BeipackzettelHuch, Beipackzettel? Sind Eltern etwa Arzneimittel mit Risiken und Nebenwirkungen? Wer den Titel des Buchs von Sabine und Roland Bösel liest, denkt vielleicht an einen Erziehungsratgeber. Doch die neun gehaltvollen Beipackzettel, die die beiden Paartherapeuten gemeinsam mit Daniela Pucher geschrieben haben, richten sich an erwachsene Paare. Es geht um unterschiedlichste Beziehungsprobleme. Vom Anschweigen und Zurückziehen über die möglicherweise falsche Berufs- und Partnerwahl bis zum Kommandieren, Beschuldigen und Fremdgehen und weitere.
Allen Fällen gemeinsam ist die Annahme, dass sich das emotionale Erbe unseres Elternhauses in den Konflikten zeigt. Dass die Paare oft über etwas streiten, was seinen Ursprung außerhalb der Beziehung hat. Sie können es nur lösen, indem sie sich  ihre Verhaltensweisen bewusst machen. Und sich der Vergangenheit, ihrer Kindheit, ihrer Vorfahren stellen. Die Autoren schildern viele Fallbeispiele aus ihrer Beratungspraxis – und scheuen sich auch nicht, von ihren eigenen Paarkonflikten zu berichten.

90-10-Regel für Konflikte

Schon im ersten Kapitel laden die Autoren ihre Leserschaft ein, vom Begriff der „Schuld“ wegzukommen. Nach ihrer 90-10-Regel sagt jede frustrierende Situation mehr über uns selbst aus als über unsere Beziehung. 90 Prozent des Konflikts basierten auf unseren eigenen Erfahrungen, unserer Geschichte, 10 Prozent hätten mit dem aktuellen Anlass zu tun. Partner und Partnerin sind nach diesem Modell nur Auslöser. Sie bringen uns nach Meinung der Autoren dazu, unsere alten Erfahrungen mit einer aktuellen Situation zu verknüpfen – und lösen damit ein reaktives Muster aus.
Die Therapeuten machen deutlich: Werden die Ursprünge der Probleme nicht geklärt, dann hilft es nicht, einfach in der Situation zu verharren oder es mit immer wieder neuen Partnern zu versuchen.

Eltern als Beziehungsvorbilder

Eltern dienen als Beziehungsvorbild , auch wenn uns das nicht bewusst ist. Schon die Partnerwahl hängt eng mit unseren Erfahrungen zusammen. Im Buch zeigen viele Beispiele, wie es zu unerwünschten Nebenwirkungen durch das emotionale Erbe kommen kann. Da wird kopiert, was schon bei Vater oder Mutter beobachtet wurde, oder es wird – beim ewigen Rebell – ganz das Gegenteil gelebt, um es nur ja ganz anders als die Eltern zu machen.
In den Fällen, die die Autoren genauer betrachten werden, geht es um
  • verdeckte Aufträge an Kinder – wie z.B. für das Glück der Eltern verantwortlich zu sein
  • Schuldgefühle und Schuldzuweisungen
  • unbewusste Beschlüsse von Kindern – wie z.B. sich niemals so runtermachen zu lassen wie der Papa
  • Geheimnisse und Familiengeheimnisse
  • Rebellion
  • Vergebung

Warnhinweise

Jedes Kapitel startet mit einer Gebrauchsinformation und Warnhinweisen. Das hat mir gut gefallen, weil es einen Bezug zum Titel des Buches herstellt und gut auf das jeweilige Thema einstimmt. Die Inhalte sollen natürlich den Geist der Veränderung wecken. Und Menschen, die sich auf die Lösungsansätze einlassen, sollen Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen.
Der Ratgeber nimmt immer wieder Bezug auf die Paar- und Generationenseminare, die die beiden Wiener Therapeuten anbieten. Aber es muss ja nicht jeder eine Therapie machen. Das Buch bietet schon mit den Fallbeispielen wichtige Denkanregungen. Die Autoren stellen den Leserinnen und Lesern Fragen und bieten damit viele Impulse, um den Ursachen für wiederkehrende Konflikte auf den Grund zu gehen.

Methoden

  •  Theaterblick: Man stelle sich dabei vor, wie das eigene Leben und die eigene Beziehung auf einer Theaterbühne aufgeführt würden. Das Zuschauen soll erstens Distanz zum eigenen Problem erzeugen. Zweitens soll der Blickwinkel geweitet werden, indem auch die anderen Akteure, ihre Handlungen und Situationen betrachtet werden. Die neutrale Perspektive hilft dabei, das was tatsächlich passiert ist, von den eigenen Emotionen zu trennen.
  • Liebe und Geduld: Es dauert seine Zeit, Reaktionsmuster zu verändern. Deshalb ist Selbstgeißelung fehl am Platz – auch wenn man wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällt. Selbsterkenntnis, Selbstliebe und eine gute Portion Humor helfen.
  • Imago-Paartherapie: Dabei geht es darum, mit dem Partner auf neue Weise zu kommunizieren, sich einzufühlen in seine/ihre Geschichte und Verhaltensweisen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Das Buch erklärt diesen Ansatz nicht ausführlich, nimmt aber Bezug darauf, weil die beiden Therapeuten damit arbeiten. (Genaueres dazu steht in einem anderen Buch der Bösels).

Zitat

Innere Reife entwickeln wir zum einen durch Loslassen. Zum anderen gilt es zu würdigen, dass unsere Vorfahren nur so und nicht anders handeln konnten. Und schließlich ist es auch wichtig, dankbar zu sein, für das, was wir bekommen haben und lernen konnten.

Sabine Bösel, Roland Bösel: Warum haben Eltern keinen Beipackzettel? Über Risiken und Nebenwirkungen des emotionalen Erbes fragen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner
2013 Orac/192 Seiten

Verwendung des Coverbilds mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Kremayr & Scheriau/Orac

Barbara Sher: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will

Lächelnder Mensch, viele Arme, Buch, Text, Glühbirne, Pinsel, Blumen, HammerWer längere Zeit im gleichen Job arbeitet, bei dem stellt sich natürlich Routine ein. Dann tauchen bald Fragen nach den nächsten Zielen auf: „Wie geht’s jetzt weiter?“ und „Wo will ich hin?“

Vor einigen Jahren war ich diesbezüglich ziemlich ratlos, blieb aber bequem in meiner Komfortzone. In dieser Zeit fiel meine Aufmerksamkeit auf das Buch von Barbara Sher (mit Barbara Smith) „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.“ Angesprochen hatte mich im Klappentext das Ziel „wieder Zugang zu meinen Wünschen und Träumen“ zu erlangen. Barbara Sher geht davon aus, dass wir längst wissen, was wir wollen.

  • Nur erschlagen uns die vielen Möglichkeiten, die es heute in unserer Welt gibt.
  • Und manchmal hindern uns innere Konflikte daran, das zu tun, was wir lieben.

Also schickt die Autorin ihre Leser/innen zunächst auf eine Reise in die Vergangenheit und zu den mehr oder weniger subtilen Erwartungen, die andere (vermeintlich) an sie stellen oder gestellt haben.  Dann geht es darum, sich mit den inneren Widerständen zu befassen. Was genau hält Dich davon ab, aktiv zu werden? Was für eine Stimme redet es Dir immer wieder aus, Dich mit deinen Träumen zu befassen?

Ein Schiff sollte segeln, nicht im Hafen liegen

In meinem Fall war damals der Wunsch nach Sicherheit sehr stark. Auch nach dem Lesen dieses Buches blieb ich weiter in meinem Beruf und in meiner Firma. Das entsprach meinem Sicherheitsbedürfnis. Doch ich begann auch eine nebenberufliche Ausbildung als Qigong-Lehrerin, was mir Abwechslung und Ausgleich zu meinem Bürojob sowie viele neue Inspirationen brachte.

Im Kapitel 4 „Im sicheren Hafen bleiben“ können Leser austesten, ob das Sicherheitsbedürfnis zu ihrem Naturell gehört, was  alles „Abenteuer“ bedeuten kann, und was sie für sich selbst gerne tun würden.

Weitere innere Konflikte, die Barbara Sher jeweils in eigenen Kapiteln beleuchtet sind zum Beispiel Angst vor Erfolg, zu viele Dinge wollen, im falschen Beruf erfolgreich sein, etwas wollen, was nicht anerkannt wird und andere.

Fragen der Mentalität

Für mich war das Kapitel 6, „Ich will zu viele verschiedene Dinge“, ebenfalls aufschlussreich. Mich interessieren viele Themen und ich fand es daher sehr schwer, mich überhaupt für ein Studium bzw. einen Beruf zu entscheiden. Nach Barbara Sher könnte dies auf eine „Scanner“-Persönlichkeit hinweisen: „Jemand, der sich für die erstaunliche und unendliche Vielfalt des Lebens begeistert.“  Eine andere Möglichkeit wäre die „Taucher“-Mentalität, also jemand, der es liebt, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Was mir an dem Buch besonders gut gefiel:

  • viele praktische Übungen zum Mitmachen
  • viele Fallbeispiele aus der Beratungspraxis der Autorin
  • viele Tipps, wie die Leser/innen mit ihren jeweiligen Konflikten umgehen können
  • die Wertschätzung für Menschen, die aus jeder Zeile spricht

Ich habe mit dem Buch viele Einsichten gewonnen und seit dem Lesen einen Abschluss als Qigong-Lehrerin sowie mehr Wagemut und Risikobereitschaft, um meinen „sicheren Hafen“ von Zeit zu Zeit zu verlassen.

Thema

  • Eine Anleitung, um die eigenen Berufs- und Lebensträume zu erkunden.

 Methoden

  • Job aus dem Himmel: Es geht darum, sich den besten Job auszumalen, den man sich denken kann. Das absolute Ideal hinsichtlich der Arbeit an sich, den Kollegen, Chefs, Kunden, Arbeitsplatz, Arbeitszeit…
  • Job aus der Hölle: Wer mit dem Job aus dem Himmel Probleme hat, kann mit dem Job aus der Hölle anfangen: Sich das allerschlimmste Arbeitsszenario ausdenken, mit den schlimmsten Kollegen, Vorgesetzten, Kunden, Arbeitsort usw.  – und dann zu jedem Detail das Gegenteil finden, was dann den Idealjob ergäbe.

 Zitat

„Was Sie lieben, ist auch das, wofür Sie begabt sind.“

 

 

 

Renaissance Business: Wie Multitalente ihr Blogthema finden

Es ist eine Binsenweisheit, dass Menschen verschieden sind. Trotzdem halten wir es für völlig normal, dass alle eine ähnliche Karrierestrategie verfolgen sollten. Vielleicht meinst du ja, dass du nach dieser einen Berufung suchen musst. Einen Beruf, der dich voll und ganz ausfüllt? Und bist schon leicht nervös, weil du dich für so viele verschiedene Dinge interessierst.

Mir ging es so, bis ich vor etwa einem Jahr den Blog „Puttylike“ von Emilie Wapnik fand. Hier geht es um alles rund um Leben und Arbeiten für sogenannte „Multipods“, also Vielbegabte, Multitalente, Scanner. Ich mag den persönlichen, ehrlichen Stil, in dem die Artikel dort gehalten sind. Ich habe mich dort wiedererkannt. Ich darf ruhig anerkennen, dass mein Talent darin besteht, mich mit immer neuen Wissensgebieten zu  befassen – und dass ich eben gerade keine Spezialistin bin. Und viele Kommentare dort zeigten mir, dass

  • ich gar nicht allein bin und
  • es auch andere Karrieren gibt
  • und dass es Spaß macht, vielseitig zu sein.

Allen, die sich nun fragen, wie sich damit Geld machen lässt, empfehle ich ein gutes Einsteigerbuch fürs Bloggen – für Leser/innen mit guten Englischkenntnissen.

Schritt für Schritt zum eigenen Blog

Laut Emilie ist das digitale Business für Vielbegabte wie geschaffen, weil es viele verschiedene Fähigkeiten erfordert: Schreiben und Kommunikation, kreative Gestaltung, Technik und dazu die entsprechenden Themen.

RenaissanceDas E-Book „Renaissance Business: Make Your Multipotentiality Your Dayjob“ ist ein Arbeitsbuch, es bereitet Schritt für Schritt den Weg zum eigenen Blog vor. Das Buch ist dabei keine Einleitung zum Umgang mit WordPress oder anderen Content Management Systemen.

Es geht vielmehr darum, welche Inhalte und welche Gestaltung am besten zum eigenen Blog passen. Daher gibt es Übungen zu Talenten, Zielen, Ideen. Zum Beispiel dazu, wie wir unser ureigenes übergreifendes Dachthema finden, Emilie nennt es „umbrella“ (Schirm). Etwas, das eine Klammer für unsere verschiedenen Interessen und Talente bildet.

Das alles führt schlüssig bis zu Überlegungen für den Namen des Blogs und einen Slogan. Mit dieser Anleitung habe ich dieses Blog begonnen. Mein Thema „Bunte Segel“ entstand für mich als Bild dafür, dass wir die bunten Farben in unseren Lebensläufen nutzen können und dass sie uns voranbringen.

Sonderangebot im September 2013

Anlässlich seines dreijährigen Bestehens gibt es eine Sonderaktion bei Puttylike:

Wer bis 25. September 2013, 11:59 p.m. Pacific Time, bzw.  in Europa ( 9 Stunden voraus ) bis 26. September 2013, 08:59 CET im Puttyshop einkauft, kann einen 50% Nachlass erhalten:  Bei der Bestellung muss der Discount Code: „puttyversary“ (ohne Anführungszeichen) eingegeben und auf Aktualisieren geklickt werden, dann halbiert sich der Betrag. Wenn ihr über einen meiner Empfehlungslinks bestellt, erhalte ich eine Provision.

Was die Renaissance mit Business zu tun hat

Ich weiß nicht, wer als erstes die Idee hatte, dass Vielbegabte Ähnlichkeit mit Renaissancemenschen haben. Ich werde es nachreichen, wenn ich eine Quelle dazu finde. Zumindest finde ich es passend, dass die Renaissance den Menschen als schöpferisches Individuum (aus Wikipedia) begreift.

Viel Spaß beim Lesen!